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Warum wir Menschen fast immer falsch einschätzen

Oder: Warum die größte Veränderung nicht beim anderen beginnt.

 

„Mit ihr komme ich einfach nicht klar.“

„Er ist so egoistisch.“

„Sie ist ständig negativ.“

 

Hast du dich schon einmal dabei ertappt, einen Menschen innerhalb weniger Sekunden zu beurteilen? Wahrscheinlich schon. Das tun wir alle.

Und meistens sind wir sogar überzeugt davon, dass unsere Einschätzung stimmt. Doch genau hier beginnt eine der größten Illusionen unseres Lebens. Denn wir glauben, wir würden den anderen sehen.

In Wahrheit sehen wir häufig nur unsere eigene Interpretation seines Verhaltens. Und zwischen Verhalten und Interpretation liegt oft eine ganze Welt.

 

Du siehst die Welt durch deine eigene Brille

Kein Mensch geht völlig unvoreingenommen durchs Leben. Auch du nicht. Deine Wahrnehmung wird geprägt durch:

  • deine Kindheit,

  • deine Familie,

  • deine Erfahrungen,

  • deine Verletzungen,

  • deine Werte,

  • deine Ängste,

  • deine Erfolge und Enttäuschungen.

     

All das formt deine ganz persönliche Sicht auf die Welt. Diese innere Brille entscheidet darüber, wie du Situationen bewertest und wie du anderen Menschen begegnest.

  • Vielleicht wirkt ein Mensch auf dich offen und selbstbewusst. Ein anderer erlebt dieselbe Person als arrogant.
  • Du empfindest Ruhe. Jemand anderes nennt es Gleichgültigkeit.
  • Du siehst Ehrlichkeit.Ein anderer empfindet dieselben Worte als verletzend.

 

Wer von euch hat recht?

Vielleicht ihr beide. Denn jeder von uns betrachtet die Welt durch die Erfahrungen, die ihn geprägt haben.

 

 

Verhalten ist sichtbar. Die Ursache meist nicht.

  • Vielleicht reagiert jemand ungewöhnlich gereizt.
  • Vielleicht zieht sich ein Mensch plötzlich zurück.
  • Vielleicht wirkt jemand kühl, unnahbar oder kontrollierend.

 

Das Verhalten kannst du sehen. Die Ursache meistens nicht. Der Mensch, der heute gereizt wirkt, trägt vielleicht seit Wochen eine schwere familiäre Belastung mit sich herum. Die Frau, die sich verschließt, kämpft möglicherweise mit einer tiefen Enttäuschung. Der Mann, der alles kontrollieren möchte, hat vielleicht irgendwann gelernt, dass Kontrolle Sicherheit bedeutet.

Menschen bringen ihr Leben überall mit hin.

  • In ihre Beziehung.
  • In ihre Familie.
  • In Freundschaften.
  • Und natürlich auch in ihren Beruf.

 

Deshalb lohnt es sich, nicht nur auf das Verhalten zu schauen, sondern auf das, was darunter verborgen liegt.

 

 

Warum dich manche Menschen so stark triggern

Vielleicht kennst du das. Es gibt Menschen, die lösen sofort etwas in dir aus.

  • Sympathie
  • Ablehnung
  • Ungeduld
  • Bewunderung
  • Oder Wut

 

Oft glauben wir, diese Gefühle hätten ausschließlich mit dem anderen zu tun. Doch häufig erzählen sie viel mehr über uns selbst. Vielleicht erinnert dich dieser Mensch unbewusst an jemanden aus deiner Vergangenheit. Vielleicht berührt sein Verhalten einen Wert, der dir besonders wichtig ist.

Oder er zeigt dir genau den Anteil, den du an dir selbst ablehnst oder dir bisher nicht erlaubst zu leben. Das ist selten angenehm. Aber unglaublich wertvoll.

Denn genau dort beginnt persönliche Entwicklung.

 

 

Die wichtigste Frage lautet nicht:

Warum ist dieser Mensch so?

Sondern:

Warum löst genau dieses Verhalten etwas in mir aus?

 

Diese Frage verändert alles. Sie richtet deinen Blick weg vom anderen und zurück zu dir selbst. Plötzlich erkennst du, dass viele Konflikte weniger mit deinem Gegenüber zu tun haben als mit deiner eigenen Geschichte. 

  • Mit alten Erfahrungen.
  • Mit Verletzungen.
  • Mit Glaubenssätzen.
  • Mit Erwartungen.
  • Mit unerfüllten Bedürfnissen.

 

Und genau hier beginnt echte Veränderung.

 

 

Genau dort beginnt meine Arbeit

In Coachings, systemischen Aufstellungen und astrologischen Analysen interessiert mich deshalb nie nur das sichtbare Verhalten.

Mich interessieren die Zusammenhänge.

  • Welche Erfahrungen haben dich geprägt?

  • Welche unbewussten Muster wirken bis heute?

  • Welche Rollen übernimmst du immer wieder?

  • Welche Werte sind dir besonders wichtig?

  • Welche inneren Konflikte spiegeln sich im Außen?

 

In der systemischen Arbeit sagen wir oft:

Der Mensch zeigt selten das eigentliche Problem.

Er zeigt häufig nur die Stelle, an der ein tieferliegendes Thema sichtbar wird. Deshalb geht es mir nie darum, Menschen zu bewerten. Sondern sie zu verstehen. Denn erst wenn die Ursache sichtbar wird, kann sich auch das Verhalten nachhaltig verändern.

Verhalten ist sichtbar. Die Ursache meist nicht.

 

Warum Astrologie ein Teil meiner Arbeit ist

Immer wieder werde ich gefragt, warum Astrologie in meiner Arbeit eine so wichtige Rolle spielt. Die Antwort ist einfach. Nicht, weil sie dein Leben vorhersagt. Sondern weil sie Zusammenhänge sichtbar machen kann.

Sie hilft dir dabei,

  • deine Potenziale zu erkennen,

  • deine inneren Antreiber zu verstehen,

  • deine Werte bewusster wahrzunehmen,

  • deine Stressmuster zu erkennen,

  • und dich selbst mit mehr Verständnis zu betrachten.

 

In Verbindung mit der systemischen Arbeit entsteht daraus etwas, das ich immer wieder erleben darf:

Menschen beginnen, sich selbst zu verstehen.

Und genau dadurch verändern sich plötzlich auch ihre Beziehungen.

  • Zu ihrem Partner
  • Zu ihrer Familie
  • Zu ihren Kindern
  • Zu ihren Kollegen

 

Und vor allem zu sich selbst.

Nicht, weil sie jemand anders werden. Sondern weil sie beginnen, sich selbst anzunehmen.

 

Eine Einladung zum Innehalten

Vielleicht begegnest du heute oder in den nächsten Tagen einem Menschen, dessen Verhalten dich irritiert. Jemand, der dich ärgert. Der dich verletzt. Der dich enttäuscht. Oder der etwas in dir auslöst, das du im ersten Moment gar nicht erklären kannst.

Bevor du diesen Menschen bewertest, halte einen Moment inne.

Atme durch. Und stelle dir nur diese eine Frage:

„Sehe ich diesen Menschen gerade wirklich – oder schaue ich durch die Brille meiner eigenen Erfahrungen?“

Vielleicht ist die Antwort überraschend. Denn manchmal erkennen wir in anderen Menschen nicht sie selbst. Sondern unsere eigenen Ängste. Unsere Erwartungen und Verletzungen. Oder Sehnsüchte, die bisher keinen Platz in unserem Leben gefunden haben. Vielleicht begegnest du im Außen gar nicht den falschen Menschen.

Vielleicht begegnen dir genau die Menschen, die dir zeigen, was in dir selbst noch gesehen werden möchte.

Wenn du beginnst, dich selbst besser zu verstehen, verändert sich nicht nur dein Blick auf andere Menschen. Du begegnest ihnen mit mehr Verständnis. Mit mehr Mitgefühl. Und mit weniger Bewertung. Denn jede Begegnung ist auch eine Einladung, dich selbst ein Stück besser kennenzulernen.

Wenn du beginnst, dich selbst zu verstehen, verändert sich nicht nur dein Blick auf andere Menschen.

Es verändert sich dein ganzes Leben.

 

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